Kaffee Mahlgrad (Tipps) | Kaffeebohnen grob oder fein mahlen?

Egal ob schwarz und herb oder blond und süß, vor allem heiß und aromatisch sollte der Lieblings-Muntermacher der Deutschen sein: der Kaffee.

Doch so viele Sorten von Kaffee, wie es derzeit im Einzelhandel gibt, beinahe genauso viele Möglichkeiten gibt es ihn zuzubereiten. Außerdem eignet sich nicht jeder Kaffee gleichermaßen für jede der Zubereitungsarten. Denn abhängig vom Mahlgrad des Kaffees, der Intensität des Aromas und der Brühdauer, schmeckt der Kaffee am Ende unter Umständen bitter oder ist zu dünn.

Welche Zubereitungsarten gibt es?

Neben dem klassischen Filterkaffee nehmen inzwischen Kaffeevollautomaten das Rösten und Mahlen der Kaffeebohnen sowie das Brühen mit nur einem Knopfdruck ab und ergänzen das Heißgetränk auf Wunsch durch warme Milch oder eine standfeste Schaumkrone.

Genießer setzen auf den Handfilter (Pour-Over genannt) und lassen den grob oder fein gemahlenen Kaffee gemächlich ziehen während andere auf einen starken Espresso setzen. Beide Zubereiter (Espressokanne und Handfilter) sind inzwischen sogar in das Sortiment eines bekannten schwedischen Möbelhauses eingezogen und rücken damit wieder ins Blickfeld von Kaffee-Fans.

Vor allem in Deutschland nimmt parallel dazu seit Jahren ein neuer Trend fahrt auf: Kaffeekapseln.
Hier werden vorgefüllte Kunststoff- oder Aluminiumkapseln mit (meist) günstigem Kaffee befüllt, verschweißt und in die Öffnung der Kapselmaschine gelegt. Auf Knopfdruck können auch hier Kaffeespezialitäten oder blanker Filterkaffee gezapft werden.

Dabei fällt jedoch viel Verpackungsmüll an, zumal die Kapseln aufs Kilogramm gerechnet ein Vielfaches teurer sind als gemahlener Kaffee oder ganze Bohnen.

Anhänger der Zero Waste Bewegung oder schlichtweg Sparfüchse, die öfter vergessen Filter nachzukaufen, können inzwischen auf eine French Press zurückgreifen. Mit der Menge und dem Mahlgrad des Kaffees kann die Stärke und Intensität des Aromas selbst reguliert werden. Der Kaffee wird dazu einfach mit heißen Wasser aufgebrüht und für einige Minuten ziehen gelassen.

Praxistipp: Wer ein besonders intensives Aroma bevorzugt, sollte die Bohnen ganz kaufen und selbst mahlen. Das funktioniert in Sekundenschnelle im Thermomix oder der Kaffeemühle.

Der Mahlgrad kann theoretisch auch Zuhause mit Hilfe verschieden großer Siebe bestimmt werden.
Wer sich diesen Aufwand sparen möchte, kann den Kaffee auch bei Händler, z.B. in einer Tchibo-Filiale auf Wunsch mahlen lassen.

Welcher Mahlgrad ist der Richtige?

Richtig oder falsch lässt sich bei der Beurteilung des Mahlgrades nicht pauschal bestimmen, denn der Mahlgrad hängt von der gewählten Zubereitungsmethode ab.

Für Espressokocher, Mokkakanne (z.B. Bialetti) und Herdkännchen, bei denen das Kaffeepulver gepresst wird und nur mit wenig Wasser versetzt ist, eignet sich ein sehr fein er Mahlgrad. Je mehr Wasser im Spiel ist, desto gröber sollten die Bohnen gemahlen werden. Denn sie enthalten viele Bitterstoffe, die sich im Wasser lösen und das Getränk sauer bzw. bitter schmecken lassen.

Ein mittlerer Mahlgrad wird für Siebträger-Maschinen, Handfilter und Kaffeemaschinen (mit Filter) empfohlen.
Hier wird die Konzentration und damit Intensität des Kaffees mittels Wasserzugabe und Brühdauer reguliert. Die meisten Sorten, die man im Einzelhandel oder Fachgeschäft vor-gemahlen kaufen kann, entsprechen diesem Mahlgrad.

Bei Vollautomaten (z.B. Philips) lässt sich die Körnung manuell einstellen bzw. ist diese je nach gewünschter Kaffeespezialität voreingestellt.

Kaffee Bohnen KaffeebohnenKaffeebohnen kann man grob oder fein mahlen, was anhand der Art der anschließenden Zubereitung entschieden wird.

Welchen Unterschied machen die Kaffeebohnen?

Obwohl inzwischen viele verschiedene Sorten angeboten werden, dominieren vor allem zwei Hauptsorten:
Knapp zwei Drittel des weltweiten Kaffeeangebotes wird durch “Coffea Arabica” abgedeckt. Die Bohnen haben eine länglichere Form und grün-braune Farbe. Durch den Anbau im Hochland weist die Sorte einen fein abgerundeten Geschmack mit wenig Säure. Der Koffeingehalt ist mit 0,8 Prozent bis 1,5 Prozent eher niedrig.

Das übrige Angebot besteht vor allem aus dem “Coffea Robusta”. Dieser wird vorzugsweise im Tiefland angebaut und erhält dadurch einen erdigen, vollmundigen Geschmack. Der Koffeingehalt ist im Vergleich zum Arabica mit 1,7 bis 3,5 Prozent wesentlich höher.

Welche Sorte verwendet wird, ist reine Geschmackssache. Um das optimale Aroma der Kaffeebohnen zu entfalten kommt es vor allem auf die richtige Röstung an. Hier spielen Erfahrung des Rösters, Alter und Reifegrad der Bohne zusammen.

Was ist noch zu beachten?

Neben dem Mahlgrad und der Ziehzeit bzw. Kontaktzeit spielt die Lagerung eine große Rolle wenn es um die Zubereitung des perfekten Kaffees geht.

Kaffee enthält verschiedene ätherische Öle, die sich über die Oberfläche leicht verflüchtigen. Bei bereits gemahlenem Kaffee vergrößert sich die Oberfläche um ein Vielfaches. Daher hält sich das Aroma daher nur für eine wesentlich kürzere Zeit.

Egal ob Kaffeebohnen oder Kaffeepulver – Kaffee sollte immer trocken, kühl und unter Luftabschluss gelagert werden. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kann der Kaffee unter Umständen an Aroma verlieren und schmeckt trotz richtiger Körnung und Zubereitung schal.

Kaffee mahlen wie ein Profi-Barista

In diesem Video erfahren Sie, welcher Mahlgrad für welche Zubereitungsmethode geeignet ist und bekommen nützliche Tipps zur Umsetzung.

Wer mehr Interesse hat, tiefer in dieses Thema einzusteigen oder sich etwas Wissen anzulesen, sollte den dazugehörigen Blog besuchen:

Der perfekte Mahlgrad: Kaffeegenuss in Vollendung

Zusammenfassung

Um Kaffee richtig zuzubereiten und das Aroma voll genießen zu können, kommt es auf das richtige Zusammenspiel von Mahlgrad, Ziehzeit / Kontaktzeit und Zubereitungsmethode an. Als Faustregel gilt, je kürzer die Ziehzeit, desto fein er die Körnung.

Idealerweise werden die Kaffeebohnen erst kurz vor der Zubereitung gemahlen und ansonsten kühl, dunkel und in einem luftdichten Gefäß gelagert, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben.

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